Checkliste · My Privat

Digitaler Nachlass — die Checkliste

Konten, Passwörter, Fotos, Abos: Wer nichts regelt, hinterlässt Angehörigen wochenlange Arbeit — und verliert Erinnerungen, an die niemand mehr herankommt. Diese Liste geht ihr einmal in Ruhe durch, danach ist das Wichtigste geordnet.

1. Bestandsaufnahme: Was existiert überhaupt?

  • E-Mail-Postfächer (auch alte, die nur noch für Passwort-Resets dienen)
  • Cloud-Speicher mit Fotos und Dokumenten
  • Soziale Netzwerke und Messenger
  • Online-Banking, Depots, Zahlungsdienste, Krypto-Wallets
  • Abos und Verträge: Streaming, Software, Domains, Hosting
  • Onlineshops und Kundenkonten mit hinterlegter Zahlungsart
  • Geräte: Handy, Laptop, Tablet, externe Festplatten

2. Zugänge sicher hinterlegen

  • Passwortmanager einrichten und alle Zugänge dort bündeln
  • Ein einziges Hauptpasswort festhalten — schriftlich, verschlossen, an einem bekannten Ort
  • Zwei-Faktor-Codes bedenken: Wer kommt an das Handy oder die Wiederherstellungscodes?
  • PIN und Entsperrcode der Geräte notieren
  • Niemals Passwörter in das Testament schreiben — das wird beim Erbfall öffentlich einsehbar

3. Vertrauensperson bestimmen

  • Eine Person benennen, die den digitalen Nachlass regelt
  • Diese Person informieren — und zwar bevor etwas passiert
  • Schriftliche Vollmacht über den Tod hinaus erstellen (Vorsorgevollmacht ergänzen)
  • Eine Ersatzperson für den Fall benennen, dass die erste ausfällt

4. Wünsche festlegen: löschen, behalten, weitergeben

  • Welche Konten sollen gelöscht werden?
  • Welche Profile sollen in den Gedenkzustand versetzt werden?
  • Welche Fotos und Dokumente sollen an wen gehen?
  • Was soll niemand sehen? Auch das gehört ausdrücklich festgehalten
  • Gibt es Nachrichten, die erst später zugestellt werden sollen?

5. Erinnerungen sichern, bevor sie verschwinden

  • Fotos aus Handys und Cloud-Diensten an einen dauerhaften Ort bringen
  • Urkunden und Briefe digitalisieren und durchsuchbar machen
  • Zu jedem wichtigen Bild aufschreiben, wer und was darauf zu sehen ist
  • Die Familie einbeziehen — Wissen liegt selten bei einer Person allein

6. Regelmäßig aktualisieren

  • Einmal im Jahr einen festen Termin setzen
  • Neue Konten ergänzen, alte streichen
  • Prüfen, ob die Vertrauensperson noch die richtige ist
  • Änderungen dokumentieren, damit nachvollziehbar bleibt, was gilt

Häufige Fragen

Was ist der digitale Nachlass genau?

Alle digitalen Daten, Konten und Verträge einer Person: E-Mails, Fotos, Cloud-Speicher, Social-Media-Profile, Abos, Zahlungsdienste und Geräte. Er geht rechtlich grundsätzlich auf die Erben über wie alles andere auch.

Reicht ein Testament dafür aus?

Ein Testament regelt, wer erbt — aber nicht, wie jemand praktisch an die Konten kommt. Dafür braucht es eine Übersicht der Zugänge und eine Vollmacht über den Tod hinaus. Zugangsdaten gehören nicht in das Testament selbst.

Wo bewahre ich die Liste am besten auf?

Getrennt: die Zugangsdaten in einem Passwortmanager, die Übersicht und die Wünsche an einem Ort, den die Vertrauensperson kennt und erreicht. Wichtig ist, dass beides zusammen erst im Ernstfall zusammenkommt.

Wie hilft My Privat dabei?

My Privat ist der Ort für den wertvollen Teil: Fotos, Urkunden und Geschichten. Ihr könnt Ordner anlegen, festlegen, wer welche Inhalte wann sehen darf, eine Vertrauensperson benennen und jede Freigabe jederzeit widerrufen. Jeder Zugriff wird protokolliert.

Ersetzt das eine rechtliche Beratung?

Nein. Diese Checkliste ist eine praktische Orientierung, keine Rechtsberatung. My Privat organisiert Wünsche und Freigaben und ersetzt kein Testament. Für verbindliche Regelungen wendet euch an eine Notarin oder einen Anwalt.

Der wertvollste Teil zuerst

Bankkonten löst irgendwann jemand auf. Fotos, Urkunden und Geschichten nicht — die sind weg, wenn sie niemand sichert. Fangt dort an.