Anleitung · My Privat
Familienchronik erstellen
Eine Familienchronik entsteht nicht an einem Wochenende — sie wächst. Hier findet ihr eine Anleitung in sechs Schritten, eine bewährte Gliederung und einen privaten Ort, an dem die ganze Familie gemeinsam weiterschreibt.

In sechs Schritten zur Chronik
1. Mit einer Person und einem Jahr anfangen
Eine Chronik wird nie an einem Tag fertig — deshalb ist der Anfang klein. Wählt eine Person, tragt das Geburtsjahr ein und legt ein einziges Ereignis an. Alles Weitere hängt sich später an diese Zeitachse.
2. Material zusammentragen
Fotoalben, Schuhkartons, Handyfotos, Urkunden, Briefe, Zeugnisse, Traueranzeigen, Rezepte. Legt alles auf einen Stapel, ohne zu sortieren. Sortiert wird erst im nächsten Schritt.
3. Jahr und Lebensphase zuordnen
Jedes Stück bekommt ein Jahr. Ist das Jahr unsicher, reicht eine Schätzung — Hauptsache, es hat einen Platz. Lebensphasen wie Geburt, Schule, Lehre, Studium, Hochzeit, Kinder oder Ruhestand geben der Chronik Struktur.
4. Urkunden und Briefe lesbar machen
Beim Hochladen liest My Privat den Text aus Dokumenten automatisch aus. Danach findet ihr eine Heiratsurkunde über den Ortsnamen wieder, nicht über den Dateinamen.
5. Die Geschichte dazu erzählen
Ein Foto ohne Erklärung verliert nach einer Generation seinen Sinn. Zwei bis fünf Sätze genügen: Wer ist zu sehen, wo war das, warum war der Tag besonders.
6. Die Familie einladen
Erinnerungen liegen bei mehreren Menschen. Ladet Geschwister, Eltern und Großeltern ein — jeder ergänzt, was nur er weiß. So wächst die Chronik weiter, auch Jahrzehnte später.
Gliederung als Vorlage
Diese Kapitel decken fast jedes Leben ab. Arbeitet sie von oben nach unten ab — was ihr nicht wisst, bleibt vorerst leer und wird später ergänzt.
- Herkunft und Vorfahren — was über die Generation vor der Chronik bekannt ist
- Kindheit — Geburtsort, Elternhaus, Geschwister, Schule
- Ausbildung und Beruf — Lehre, Studium, erste Arbeitsstelle
- Partnerschaft und Familie — Kennenlernen, Hochzeit, Kinder
- Wohnorte und Umzüge — jede Adresse mit Jahreszahl
- Reisen, Feste, Traditionen — Urlaube, runde Geburtstage, Weihnachten
- Schicksalsschläge und Wendepunkte — ehrlich, aber in eigenem Tempo
- Späte Jahre — Ruhestand, Enkel, letzte gemeinsame Feiern
Häufige Fragen
Was gehört alles in eine Familienchronik?
Alles, was ein Jahr und eine Geschichte hat: Fotos, Urkunden, Briefe, Zeugnisse, Rezepte, Tonaufnahmen, Erinnerungen aus dem Gedächtnis. Wichtiger als Vollständigkeit ist, dass jedes Stück eine kurze Erklärung bekommt.
Wie fange ich an, wenn ich fast nichts weiß?
Mit dem, was sicher ist: Namen, Geburtsjahre, Wohnorte. Fragt danach die älteste erreichbare Person in der Familie — am besten mit einem konkreten Foto in der Hand statt mit einer offenen Frage.
Chronik als Buch oder digital?
Ein Buch ist ein schöner Abschluss, aber ein schlechter Anfang: Es ist nach dem Druck fertig. Digital könnt ihr jederzeit ergänzen, mehrere Personen schreiben mit — und daraus lässt sich später immer noch ein Buch machen.
Was ist der Unterschied zu einem Stammbaum?
Ein Stammbaum zeigt Verwandtschaft, eine Chronik zeigt Leben. My Privat ist bewusst eine Chronik: Jahr für Jahr, mit Bildern, Dokumenten und Erzählungen statt mit Kästchen und Linien.
Wer kann die Chronik sehen?
Nur eingeladene Familienmitglieder. Es gibt keinen öffentlichen Zugang. Inhalte bleiben standardmäßig privat und werden nur weitergegeben, wenn ihr das ausdrücklich festlegt — jederzeit widerrufbar.
Und wenn ich unsichere Jahreszahlen habe?
Tragt eine Schätzung ein und schreibt „ungefähr“ dazu. Eine grobe Einordnung ist besser als ein Stapel undatierter Fotos — korrigieren kann man später jederzeit.
Fangt mit einem einzigen Foto an
Legt eure Chronik an, ladet ein Bild hoch und schreibt drei Sätze dazu. Den Rest bringt die Zeit — und die Familie.